Der alltägliche Wahnsinn

Jetzt bin ich schon seit 2 1/2 Wochen hier und ich dachte mir, es ist mal wieder Zeit zu schreiben...

Mein Leben hier ist von einem alltäglichen Ablauf geprägt: ich gehe morgens in die Schule und danach gehe ich mit ein paar Leuten (hauptsächliche Deutsche und Schweizer) zum Lunch in den nächsten Food Court. Das ist schon eine etwas abartige Eigenart der Neuseeländer. Die haben hier Essensbereiche, meistens im untersten Stock von nem Kaufhaus, in denen man aus ungefähr 12 verschiedenen Fast-Food-Shops wählen kann. Es gibt viel asiatisch, aber auch Kebab und "italienisch" und einen Bäcker. An dieser Stelle kann ich euch nur raten, genießt euer deutsches gutes Brot, weil ich hab jetzt schon keine Lust mehr auf labbriges Toastbrot...

Nach dem Lunch gehe ich nach Hause und mache spätnachmittags meistens einen ein- bis zweistündigen Ausflug mit Amaya im Baggy und lerne so ein bisschen mehr von Ponsonby, meinem Stadtbezirk, und der näheren Umgebung kennen.

Ich mag Ponsonby total. Es ist auch als ein super toller in-Bezirk in Auckland bekannt...

Am liebsten mag ich, dass es hier auf der Hauptstraße ganz viele kleine Designerläden gibt. Leider sind die nur zum window-shopping geeignet, weil sie doch mein Budget etwas übersteigen... Aber einfach dran vorbeizuflanieren reicht schon. Vom Feeling ist es ein bisschen wie in den Hackischen Höfen in Berlin.

Wenn man dann von der Hauptstraße weggeht, läuft man Straße für Straße an wunderschönen viktorianischen Häusern vorbei. Viele davon stehen zum Verkauf. Aber an vielen werden auch Renovierungen vorgenommen.

Die letzten paar Tage wurde hier ein großer Weihnachtsbaum aufgebaut. Es ist kein richtiger, sondern nur aus Lichterketten bestehend. Am Freitag Abend ist dann der große Augenblick gekommen, an dem er angemacht wird und er wird bis Weihnachten brennen. Das alles ist ganz uneigennützig von der Telekom gestiftet. Genauso wie die roten Telefonzellen am Fuß des Weihnachtsbaum, aus denen man Santa Clause anrufen und ihm mitteilen kann, was man sich zu Weihnachten wünscht.

Aber das kann man hier auch per Brief in der Post machen. Die haben extra dafür einen Santa-Briefkasten eingerichtet :-)

Und wenn ich schon beim Aufzählen von komischen Weihnachtstraditionen in Auckland bin, muss ich natürlich noch den hässlichen Santa mit seinen zwei Rentieren auf einem Kaufhaus erwähnen. Der wurde jedes Jahr aufgestellt und irgendwann entschied sich das Kaufhaus das bleiben zu lassen... Aber die Auckländer Bevölkerung ist Sturm gelaufen und wollte diesen Santa Clause umbedingt wieder haben. Jetzt ist er mit zwei Rentieren zurückgekehrt ;-). Mein Gastvater hat mir diese Geschichte erzählt und gemeint, dass Neuseeländer eben nicht so viele Traditionen haben und sich deshalb neue schaffen müssen...

Also wenn jemand von euch am Sonntag zufällig in Auckland sein sollte, der darf auf keinen Fall die Santa-Parade auf der Queenstreet verpassen ;-D

Naja, genug jetzt von komischem Weihnachtskladderadatsch zu dazu völlig unpassendem Wetter...

25.11.09 22:12

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